Freie-Aerzteschaft.de [ 06.07.2009, Rundfax, Rollout der elektronischen "Gesundheitskarte? ]
Entscheiden Sie sich wirklich richtig!
Die KV Nordrhein betreibt weiter Marketing für die eCard. Durch das Bewerben onlinefähiger Kartenlesegeräte.
- Wissen Sie eigentlich, welche Folgen dieser erste Schritt haben wird?
- Wissen Sie, dass in Ihrer Arztpraxis später Investitionen für Umorganisation, Installation und Betrieb fällig werden, die Sie mehr als 10.000 € kosten können?
- Wissen Sie, dass der Online-Abgleich der Patientenstammdaten die Arbeit an der Anmeldung extrem verlangsamen wird?
- Wissen Sie, dass Sie wegen der Aktualisierung der Patienten-Stammdaten quasi zur Außenstelle der Krankenkassen werden?
- Wissen Sie, dass das Arztgeheimnis dann auf Dauer nicht mehr zu schützen ist?
Falls Sie es nicht wissen - von der KV erfahren Sie diese Dinge nicht.
Drei Deutsche Ärztetage haben dazu aufgerufen, diese eCard so nicht einzuführen. Die zentrale Speicherung von Patientendaten verstößt gegen die Europäische Berufsordnung der Ärzte.
Die Rechtsverordnung von 2006 legt verpflichtend fest, dass vor dem Rollout die 100.000er Tests durchgeführt werden. Diese Tests sind aber nicht erfolgt. Der Rollout ist damit verordnungswidrig!
- Die Ärztekammer Nordrhein rät von der Teilnahme am Rollout der eCard ab.
- Die Vertreterversammlung der KV Nordrhein lehnt den Rollout ab.
- Gesundheitsökonom Prof. Wasem hält die eCard für unökonomisch.
- Die FDP-Bundestagsfraktion fordert ein Moratorium zur eCard.
- Die Linkspartei fordert eine Denkpause.
- Die Fraktion der Grünen will, dass die Einführung für die Ärzte freiwillig sein muss.
Nur der Vorstand der KV Nordrhein will neben Ulla Schmidt die Einführung weiter durchdrücken – gegen jede sachliche Kritik.
Die großen Kassen haben mitgeteilt, dass sie neue Karten erst ausgeben werden, wenn sich 85% der Ärzte (z.B. durch Anschaffung der neuen Lesegeräte) verpflichtet haben, online zu gehen. Davon sind wir ganz weit entfernt.
Wie realistisch ist es also, dass ab Oktober Patienten mit der neuen Karte in Ihre Praxis kommen und keine alte - weiterhin gültige - Karte mehr haben?
Antwort: Es ist sehr unrealistisch.
Was können Sie tun, falls Ihr altes Lesegerät defekt ist?
Sie können ein kostengünstiges, nicht onlinefähiges„MKT+ Lesegerät“ kaufen. Dieses kann die neue Karte genauso lesen wie die alte – und es kostet nur ca. 65 Euro!
Infos und Bezug von MKT+ Lesegeräten für bisherige KVK und eCard, z.B. bei www.idealo.de oder www.alternate.de - Suchbegriff: „MKT+“ (Ggf. Kompatibilität mit Praxsisoftware prüfen)
Ärzte und Patienten gemeinsam:

Freie Ärzteschaft e.V.
V.i.S.d.P. Martin Grauduszus, Bergstr. 14 , 40699 Erkrath
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