Ohne Foto nicht versichert: Ärger um Gesundheitskarte | RP ONLINE
Die elektronische Karte soll ab dem 1. Oktober ausgegeben werden. Wer es versäumt, seiner Krankenkasse ein Foto von sich zu schicken, kann seinen Versicherungsschutz verlieren.
facharzt.de [ BMG weist Bericht zurück: Versicherungsschutz auch ohne Foto ]
Das Bundesgesundheitsministerium hat eine Aussage der „Rheinischen Post“ zurückgewiesen, gesetzlich Versicherte könnten ihren Versicherungsschutz verlieren, falls sie ihrer Kasse kein Foto für die elektronische Gesundheitskarte zur Verfügung stellen. Der Schutz bleibe auch bestehen, wenn Versicherte gar keine Karte vorlegen können, sagte eine Sprecherin auf Anfrage des änd.
Es ergäben sich ohne Karte nur Probleme mit der Abrechnung. Laut §15 II SGB V habe der Versicherte die Pflicht, vor einer Behandlung seine Karte vorzulegen. Daraus abzuleiten, dass der Versicherungsschutz verfallen könne, wie es die Zeitung tue, sei "sehr gewagt"
Update:
Auch die Techniker Krankenkasse wies den drohenden Verlust des Versicherungsschutzes als Gerücht zurück. „Wir sehen das sehr entspannt“, sagte Sprecher Hermann Bärenfänger dem änd. Die TK gehe zwar nicht davon aus, dass sie ab 1. Oktober sofort von 90 Prozent der Angeschriebenen Bilder zugeschickt bekommt. Dies sei aber insofern unproblematisch, da in der Übergangsphase von mindestens zwei Jahren, die der Rollout dauern werde, noch die alte Karte nutzbar sei und es Ersatzverfahren gebe. „Wenn heute jemand ohne Karte zum Arzt kommt, kann die Abrechnung auch auf anderem Wege vorgenommen werden.“
Wenn sich auch nach der Übergangsphase jemand weigere, ein Foto einzuschicken, fehle ihm zwar eine gültige Mitgliedskarte. Nach dem Sachleistungsprinzip könne er dann keine Leistungen in Anspruch nehmen. Er könne aber dann die Kostenerstattung wählen, erklärte Bärenfänger. „Es wird immer Leute geben, die Fotos oder Volkszählungen ablehnen. Wie die groß die Gruppe bei der elektronischen Gesundheitskarte sein wird, weiß heute niemand."
Die TK sei heute schon bereit, die Karte auszugeben. „Wir könnten morgen starten, das nutzt aber nichts, solange die Ärzte keine Lesegeräte haben. Damit steht und fällt alles“, sagte Bärenfänger. In Nordrhein hätten rund zehn Prozent der Ärzte Geld für Lesegeräte bei der KV beantragt. „Wir wissen aber nicht, ob sie auch schon Lesegeräte in den Praxen stehen haben. Deshalb bringt es auch nichts, die Karte auszugeben.“
Edit 19.6.2009:
Und was machen die großartigen Medien daraus?
Ich glaube, man sollte langsam an Qualitätsmanagement und Bewertungsportale für Journalisten denken...
















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