In Großbritannien warnt ein führender Wissenschaftler für Computersicherheit vor den Plänen des NHS, Behandlungsdaten in einrichtungsübergreifenden Patientenakten ("The Spine") zu sammeln. Er fordert die Patienten auf, der automatischen Einschreibung in dieses System zu widersprechen.
Das Projekt sei (na sowas) politisch motiviert, berge einige Risiken, und habe nur fragwürdigen klinischen Nutzen: bei einer Penicillinallergie solle man beispielsweise besser eine Hundemarke tragen.
Und - als in Schottland ein ähnliches System eingeführt worden sei, habe beispielsweise ein schurkischer Arzt (da haben wir's wieder!) die Daten des Premierministers und eines anderen Parteiführers gehackt.
In diesem Zusammenhang bin ich dann auch auf den Joseph Rowntree Report "Der Datenbank-Staat" gestoßen, der vor einem Jahr veröffentlicht wurde. Passt vorzüglich zu den Themen, die wir im Dezember 2009 in Hamburg diskutiert haben.
Freitag, 26. Februar 2010
Patienten, wehrt euch!
Donnerstag, 25. Februar 2010
Datenverarbeitung der Krankenkassen
Wir wissen, daß die Krankenkassen zu den treibenden Kräften hinter der Elektronischen "Gesundheitskarte" gehören. Die Steuerung der Krankenkassen funktioniert rechtlich über eine gewählte Selbstverwaltung. Die Krankenkassenwahlen wären eine sehr gute Möglichkeit, die "Gesundheitskarte" und die damit verbundenen IT-Pläne öffentlich zu machen, wenn eine entsprechend kritisch eingestellte Liste rechtzeitig entsprechend auftritt. Genau das möchte die Liste Neuanfang initiieren.
Viel Spaß und Erfolg!
Kleiner Werbefilm
zum Verkauf einrichtungsübergreifender elektronischer Patientenakten:
Kann durchaus zwiespältige Gefühle hervorrufen...
Samstag, 20. Februar 2010
Ärzte haben gewisse Probleme mit elektronischen Patientenakten
Elektronische Patientenakten sind deshalb problematisch, weil sie vorrangig der Kommunikation mit Versicherungen dienen, weniger dem medizinischen Informationsaustausch. Herkömmliche Notizen in einem Krankenblatt beschreiben den Patienten, was ihm fehlt, und was zu tun ist. Die neuen, elektronischen Notizen teilen dem Versicherungsunternehmen mit, dass der Arzt die Kriterien erfüllt, nach denen er bezahlt wird. Das ist nicht mit besserer Patientenversorgung gleichzusetzen. Vor allem dann nicht, wenn die elektronischen Systeme die wichtigen Informationen an unerwarteten Stellen versteckt und die Aufmerksamkeit vom Patienten weg lenkt.
Freitag, 19. Februar 2010
Prestigeprojekte
Siemens Nokia bietet umfassende Dienstleistungen an, um die Datenflut aus Überwachungskameras zu verwalten:
Je nach Stellenwert von Bürgerrechten und Datenschutz können weitere "Sensoren" eingebunden werden. Siemens Nokia wirbt damit, auch Datenbanken von Finanz-, Gesundheits- und anderen Sicherheitsbehörden zu integrieren.
Die derzeitige Gesetzeslage in Deutschland lässt die Einbindung solcher Datenbanken natürlich nicht zu. Dieses Video hier hinterlässt aber - unabhängig davon - sehr zwiespältige Gefühle bei mir.
This is causing some operational issues
Another NHS hospital stricken with Conficker virus • The Register
Computer systems at the West Middlesex University Hospital NHS Trust were infected by the worm last Friday, leaving hospital staff unable to book appointments via computer. The outbreak has been contained but some hospital IT systems remain unavailable, resulting in ongoing delays to patients and affecting the smooth running of the medical facility.
Dienstag, 16. Februar 2010
Gigantische Sicherheitslücke
In Lettland hat das Finanzamt drei Monate lang die Daten von 7,4 Millionen Unternehmen, Staatsbeamten und Privatpersonen frei zugänglich im Internet präsentiert. Angeblich absichtlich und mit vollem Wissen von Finanzbeamten.
via
Samstag, 13. Februar 2010
Gematik auf dem Prüfstand
Der Bundesrechnungshof prüft die Gematik:
Einem Sprecher zufolge wird untersucht, welche Leistungen die Gematik erbracht hat, wie teuer die Pilotprojekte bislang waren und welche zukünftigen Kosten zu erwarten sind.
Auf das Ergebnis bin ich gespannt. Die letzte Kostenstudie liegt ja schon ein Weilchen zurück...
Gesundheitsdaten sind auch nur Daten
heise online - Justizministerin: "Daten kann man nicht stehlen."
"Da Daten anders als Autos oder Handys keine Sachen sind, kann man sie nicht stehlen. Und wo es keine gestohlene Ware gibt, da gibt es auch keine Hehlerei."
Originalton: Justizministerin (Bayern) Beate Merk (CSU). Ist selbstreferentiell, daher von meiner Seite kein weiterer Kommentar.
Sicherheitslücke bei Krankenkasse
Die "BKK Gesundheit" wollte die Telefonanlage schonen und beauftragte ein virtuelles Callcenter mit ihrem Telefonservice. Die ungelernten Heimarbeiter dieses Callcenters konnten dann Daten einsehen, die sie gar nicht hätten sehen dürfen, darunter auch medizinische Diagnosen. Alle hatten Zugriff auf „unnötig viele Daten“ der Krankenkasse.
Wie ist das Ganze aufgeflogen? Ein ehemaliger Mitarbeiter der Servicefirma wollte die BKK erpressen...











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